Wochenausblick: Ein neuer Monat bringt einen neuen Bericht zur Beschäftigung

Ein neuer Monat bringt einen neuen Bericht zur Beschäftigung. Die Märkte werden hoffen, dass der Ausrutscher vom August ein Einzelfall bleibt. Australische und neuseeländische Zentralbanken bereiten auch große Stellungnahmen vor währen OPEC+ sich für die Politikgespräche im Oktober sammelt.

Zurücknahme oder nicht, die Beschäftigungszahlen am Freitag sind für die USA extrem wichtig.

Die Märkte werden darauf achten, ob es eine Kehrtwende im amerikanischen Arbeitsmarkt gibt, nachdem die Zahlen vom August weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Die Beschäftigungszahlen für August lagen insgesamt bei einem Plus von 275.000 und verfehlten damit die Erwartungen des Markts von 750.000 bei weitem.

Die Arbeitslosenquote ist auf etwas unter 5,2% gesunken, während die Teilnahme am Arbeitsmarkt unverändert bei 61,7% liegt. Der Stundenlohn stieg im August um 0,6%, was über den Marktprognosen von 0,3% lag.

Wir wissen, dass Jerome Powell und die Fed starke Beschäftigungszahlen lieben. Wir wissen aber auch, dass unabhängig der Zahlen für September eine Zurücknahme kommt – vermutlich im November. Natürlich könnte, wenn der Bericht am Freitag wirklich schrecklich ausfällt, dies die Pläne der Fed zur Zurücknahme durcheinanderbringen, aber die Zeichen stehen gut, dass eine Zurücknahme bald erfolgen könnte.

Allerdings glaubt der Fed-Vorsitzende Powell weiterhin, dass die USA noch weit von dem entfernt ist, wo er die Arbeitslosigkeit gerne hätte.

In einer Rede letzte Woche sagte Powell: „Was ich letzte Woche gesagt habe, ist das fast die Zustände erreicht haben, die wir für eine Zurücknahme benötigen. Ich habe klargestellt, dass wir meiner Meinung nach weit weg von der maximalen Beschäftigung sind.“

Wann wird sie kommen? Laut einer aktuellen Umfrage der National Association for Business Economics glauben 67% der teilnehmenden Ökonomen, dass das Beschäftigungsniveau bis Ende 2022 wieder Vor-Pandemie-Niveau erreichen wird. Weniger als ein Drittel glaubt, dass die Erholung des Arbeitsmarkt nicht bis 2023 passiert ist.

Der Weg zur Erholung ist aber noch weit. Wir haben 2021 aber auch einige Male erlebt, dass Beschäftigungszahlen nach einem enttäuschenden Monat einen Sprung hingelegt haben.

Der Sprung vom Januar zum Februar zeigte eine Zunahme von -306.000 auf +233.000 Arbeitsplätze. Beschäftigungszahlen stiegen von 269.000 im April auf 614.000 im Mai 2021. Da gibt es einen Präzedenzfall.

Mehr als 7,5 Millionen Amerikanern wurde das Pandemie-Arbeitslosengeld gekürzt. Die Zusatzzahlungen in Höhe von 300 US-Dollar wurden Anfang September eingestellt, da die Regierung damit beginnt, die Steuerhilfe zu kürzen. Könnte dies ein Katalysator für weitere Anstellung sein? Wir werden es vielleicht Freitag bei den Beschäftigungszahlen sehen.

Weg von den USA stehen die großen antipodischen Zentralbanken diese Woche vor der Veröffentlichung der aktuellen Zinsberichte.

Fangen wir mit Australien an: Gouverneur Philip Lowe und seine Kollegen scheinen sich beim September-Treffen der Reserve Bank of Australia in Richtung einer flexibleren Politik zu bewegen. Daher gehen die Märkte nicht von drastischen Veränderungen im Oktober aus.

Wir haben gesehen, dass die Zinsen in Australien auf dem Stand der letzten anderthalb Jahre geblieben ist. Die RBA steht immer noch voll dahinter, den Leitzins nicht anzuheben, „bis die tatsächliche Inflation nachhaltig im 2%- bis 3%-Bereich liegt.

Die Stellungnahme vom September zeigte einige nuancierte Änderungen.

Der Leitzins und der dreijährige Kontroll-Zins blieben beide bei 0,1%, aber die Formulierung des Programms zur Zurücknahme des Anleihenankaufs wurde geändert. Ursprünglich sollte es nicht später als im November überprüft werden, nachdem ab Juli um 4 Milliarden AUD gekürzt wurde. Jetzt wird es bis mindestens Februar 2022 auf dem Level bleiben.

Das bedeutet im Grunde, dass die Geschwindigkeit der RBA-Anleihenkäufe sich bis nächsten Februar nicht verlangsamen wird. Nach dem Treffen vom Juli ging man davon aus, dass die Bank beginnen würde, ihr Anleihenkaufprogramm alle drei Monate zu überprüfen, bevor es über dem Lauf des Jahres komplett abgeschafft werden würde. Das scheint bisher aber nicht passiert zu sein.

Wir erwarten immer noch kein Feuerwerk, wenn die RBA am Dienstag morgen ihre Stellungnahmen zum Zins abgibt.

Die Märkte könnten stattdessen eher falkenartige Bewegungen der Reserve Bank of New Zealand erwartet haben – aber die jüngsten Kommentare des stellvertretenden Gouverneurs Christian Hawksby deuten darauf hin, dass es verfrüht ist, von einer größeren Erhöhen des Leitzins zu sprechen.

„Zentralbanken weltweit neigen dazu, einem geglätteten Pfad zu folgen und ihren Leitzins unverändert zu lassen oder in Schritten von 25 Basispunkten zu bewegen“, sagte Hawksby und machte damit jegliche Vorstellung von einem 50 Basispunkt Aufschwung des neuseeländischen 0,25%-Leitzins zunichte.

Stattdessen wird das vermutlich stückweise passieren, bis er Ende 2022 1,5% erreicht hat.

Aber wie immer steht COVID-19 bedrohlich am Horizont für Neuseeland Steuerpolitik. Das Land ging nach eine Anstieg der Fälle der Delta-Variante vor kurzem wieder in den Lockdown. Obwohl sie da wieder raus sind, war die geringe Menge an Vorfällen genug, um die RBNZ zum Zittern zu bringen.

Reuters zufolge preisen die Märkte eine 60%ige Chance eines Zinsanstiegs für Mittwoch ein, wenn Gouverneur Orr zu Wort kommt.

Zum Schluss treffen sich am Montag die OPEC und ihre Verbündeten wieder zu ihrem monatlichen Get-Together zur Politikdiskussion.

Mit hohen Preisen und hoher Nachfrage werden wir wahrscheinlich ein Durchwinken weiterer Fördererhöhungen sehen. OPEC+ hat sich dazu verpflichtet bis Ende nächsten Jahres jeden Monat weitere 400.000 Barrel pro Tag zu fördern, als Versuch pandemiebedingte Verluste wieder auszugleichen.

Dem monatlichen Ölmarktbericht vom September zufolge glaubt OPEC+, dass die Nachfrage das Niveau von 2019 bis Ende 2022 überschritten haben wird.

Mit dem Anstieg auf Brent-Rohöl auf beinahe 80 USD gehen in den USA die Alarmglocken über den hohen Benzinpreis an. Die USA haben in der Vergangenheit viel günstigere Benzinpreise genossen als einige andere Industrienationen und alles, was das ändern könnte, wird von Joe Sixpack und Joe Biden als inakzeptabel angesehen wird.

Der Präsident sagt, dass die USA sich zurzeit in Gesprächen mit OPEC befinden, um das Fördervolumen weiter anzuheben und dem so entgegenzuwirken – was vielleicht aber die Tatsache ignoriert, dass wenn US-Ölschiefer bereit steht, es mindestens 800.000 Barrel pro Tag zum weltweiten Angebot hinzuzufügen könnte.

Die OPEC+ macht sowieso ihr eigenes Ding. Alles was sie machte, macht es im Interesse ihrer Mitgliedstaaten, Verbündeten und dem weltweiten Ölpreis insgesamt. Ob Bidens Bitten auf taube Ohren fallen wird wissen wir noch nicht, aber es wäre keine Überraschung, wenn OPEC-JMMC im Oktober und darüber hinaus ihre eigenen Pläne verfolgen.

Top Wirtschafts-Daten

Date  Time (GMT+1)  Asset  Event 
Mon 04-Oct  All Day  OIL  OPEC-JMMC Meetings 
       
Tue 05-Oct  4.30am  AUD  RBA Rate Statement 
  4.30am  AUD  Cash Rate 
  3.00pm  USD  ISM Services PMI 
       
Wed 06-Oct  2.00am  NZD  Official Cash Rate 
  2.00am  NZD  RBNZ Rate Statement 
  1.15pm  USD  ADP Nonfarm Employment Change 
  3.30pm  OIL  US Crude Oil Inventories 
       
Thu 07-Oct  3.30pm  GAS  US Natural Gas Inventories 
       
Fri 08-Oct  1.30pm  CAD  Employment Change 
  1.30pm  CAD  Unemployment Rate 
  1.30pm  USD  Average Hourly Earnings m/m 
  1.30pm  USD  Nonfarm Employment Change 
  1.30pm  USD  Unemployment Rate 
  Tentative  USD  Treasury Currency Report