Wochenausblick: Zentralbanken im Fokus

Diese Woche wird von den Zentralbanken dominiert. Wir haben drei im Blick, die erste ist die EZB. Ihr zurückhaltender Ausblick steht im Widerspruch zu dem der Reserve Bank of Australia und der Bank of Canada, die in letzter Zeit einen eher aggressiven Charakter angenommen haben. Wir erwarten keine großen Anpassungen der Politik – aber Überraschungen sind in der Welt der Volkswirtschaften nie weit weg.

Der letzte Einblick in das Denken der europäischen Zentralbank kam in Form der Sitzungsprotokolle vom Juni. In einer Welt, in der Zentralbanken anfangen aggressivere Stellungen zu beziehen, ist die EZB zurückhaltend.

Die EZB hat im Juni ihre erste große strategische Finanzpolitik bekannt gegeben. Inflationsziele wurden angepasst, weg vom Versuch sie unter 2% zu halten, und durch die Annahme eines spezifischen Gesamtinflationsziels von 2 % ersetzt. Seitdem ist die Inflation in der Euro-Zone mit 3% auf den höchsten Stand des Jahrzehnts gestiegen, was vermutlich die Falken im Rat der EZB bestärken dürfte.

Alles schön und gut, aber was ist mit COVID-19? Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei, aber einige wichtige Vorstandsmitglieder der EZB sind sich sicher, dass selbst die Delta-Variante Europas Weg zurück zu schwarzen Zahlen nicht aufhalten kann.

Mit einem leichten Gegenwind ist zu rechnen. Die Stimmung ist positiv.

„Ich würde sagen, dass wir grob gesehen, nicht weit von dem Weg sind, was wir im Juni für das ganze Jahr erwartet haben“ sagte Philip Lane, Chief Economist der EZB am Mittwoch Reuters. „Es ist insgesamt ein relativ ausgewogenes Bild.“

Wichtig ist, dass die EZB angekündigt hat, auch in Zukunft eine „anhaltend entgegenkommende“ Haltung beizubehalten. Die Zinsen bleiben vermutlich auf ihrem bisherigen, außergewöhnlich niedrigen Niveau. Wir rechnen in naher Zukunft nicht mit einem Wandel zu einer falkenartigeren Position.

In Australien hat sich die RBA in der jüngsten Kommunikation sehr optimistisch gegeben. Eine neue Stellungnahme zum Zinssatz kommt am Dienstag morgen von der Reserve Bank of Australia und wir rechnen nicht damit, dass die Bank groß von ihrem bisherigen Kurs abweichen wird.

Das heißt, die Rücknahme des Anleihenkaufprogramms der RBA wird mit dem Ziel fortgesetzt, es ab September wieder zu reduzieren. Die Zinsen werden vermutlich niedrig bleiben. Wir rechnen frühestens spät 2022 mit einem Zinsanstieg.

Vieles hängt davon ab, wie robust die australische Wirtschaft vor dem Hintergrund steigender Coronavirus-Fallzahlen und lokaler Lockdowns bleibt.

„Der Vorstand wäre bereit, auf weitere schlechte Nachrichten an der Gesundheitsfront zu reagieren, falls dies zu einem deutlicheren Rückschlag für die wirtschaftliche Erholung führen sollte“, sagte die RBA in ihrem Sitzungsprotokoll vom August. „Die Erfahrung bisher zeigt, dass sobald Virenausbrüche eingedämmt sind, sich die Wirtschaft schnell wieder erholt.“

Gouverneur Lowe und seine Kollegen haben gesagt, dass eine Rezession nicht sehr wahrscheinlich ist, obwohl die Wachstumsaussichten für 2021 korrigiert wurden. Dieses Jahr rechnet die RBA mit einem Wachstum von etwa 4%, was unter dem vorherigen Prognosen von 4,75% liegt, das aber bis Ende 2022 auf 4,25% steigen wird.

Den Abschluss der Zentralbank-Flut macht dieses Woche die Bank of Canada. Die BOC ist eine der Falken unter den Zentralbanken der Welt, die ihr Anleihenkaufprogramm ziemlich schnell zurückgefahren hat, obwohl der Tagesgeldsatz bei 0,25% gehalten wurde.

Die BOC wies darauf hin, dass das Wachstum im Q2 durch eine neue Infektionswelle und Lockdowns gehemmt wurde, aber die Bank ist zuversichtlich, dass das Wachstum gegen Ende des Jahres schnell zunehmen wird.

Die Zentralbank sagte, dass Kanadas Wirtschaft 2021 voraussichtlich um 6,0% wachsen wird, etwas unter der im April vorhergesagten Wachstumsrate von 6,5%, während sie die Wachstumsprognose für 2022 von 3,7% auf 4,6% korrigiert hat.

Heiße Inflation liegt noch in der Luft und wir rechnen mit 3% oder mehr bis 2022. Ziemlich heiß – und am oberen Ende der 1-3% Spanne der BOC. Allerdings ist die Bank sicher, dass dies nur vorübergehend so ist. Es ist unwahrscheinlich, dass dies zu einem Umdenken der Politik führen wird.

Top Wirtschafts-Daten

Date  Time (GMT+1)  Asset  Event 
Tue 7-Sep  5.30am  AUD  RBA Rate Statement 
  5.30am  AUD  Cash Rate 
  10.00am  EUR  ZEW Economic Sentiment 
  10.00am  EUR  German ZEW Economic Sentiment 
       
Wed 8-Sep  3.00pm  CAD  BOC Rate Statement 
  3.00pm  CAD  Ivey PMI 
  3.00pm  CAD  Overnight Rate 
  Tentative  CAD  BOC Press Conference 
       
Thu 9-Sep  12.45pm  EUR  Monetary Policy Statement 
  12.45pm  EUR  Main Referencing Rate 
  1.30pm  EUR  ECB Press Conference 
  1.30pm  USD  Unemployment Claims 
  3.30pm  GAS  US Natural Gas Inventories 
  4.00pm  OIL  US Crude Oil Inventories 
       
Fri 10-Sep  1.30pm  CAD  Employment Change 
  1.30pm  CAD  Unemployment Rate 
  1.30pm  USD  PPI m/m 
  1.30pm  USD  Core PPI m/m 
  Tentative  GBP  Monetary Policy Hearings 

Wochenausblick: Märkte stählen sich für schlechte Earnings-Season

Themen dieser Woche – wie schlecht wird die Q2-Earning-Season werden und werden die Zentralbanken in Europe und Kanada weitere Konjunkturpakete schnüren?

Q2-Earning-Season

Die Earnings-Season für Unternehmen an der Wall Street beginnt mit der Veröffentlichung der Q2-Zahlen.

Die Erwartungen sind gering, so wird damit gerechnet, dass das gesamte S&P 500 Ergebnis bei -44,4% bei -10,9% weniger Umsatz liegt.

Bank of America erwartet, dass S&P 500 Unternehmen die Konsens-ETS-Schätzungen um 8% übertreffen werden, nachdem Wall Street Gewinnerwartungen um 40% zum Start des zweiten Quartals reduziert hatte. Analysten haben ihre bottom-up EPS-Schätzungen für Q2 über das Quartal hinweg um 37% gesenkt, sodass es für die meisten Unternehmen eine einfach zu überwindende Hürde darstellen dürfte.

Der Markt bleibt aber zukunftsorientiert, und daher werden die Anleger angesichts der bereits eingetretenen schlechten Nachrichten gespannt sein, wie die Aussichten für den Rest des Jahres aussehen – werden amerikanische Unternehmen eine Erholung erleben? Wenn sie es schaffen könnten, könnten das ein gutes Zeichen für Aktienindizes sein.

Diese Woche veröffentlichen die großen Wall-Street-Banken ihre Geschäftsberichte. So wird von JPMorgan, Wells Fargo, Morgan Stanley und Goldman Sachs ein Update für die Märkte erwartet.

EU-Gipfel und EZB-Treffen

EU-Spitzen werden sich am 17. und 18. Juli physisch in Brüssel treffen, um das Konjunkturprogramm in Antwort auf die COVID-19-Krise und ein neues, langfristiges EU-Budget zu diskutieren. Das könnte ein zentraler Moment in der Formung der wirtschaftlichen Antwort der EU auf die Pandemie und der Verhandlung des vorgeschlagenen Rettungspaket in Höhe von 750€ Milliarden sein. Mehrere Mitgliedstaaten – angeführt von den „Frugal Four“, aber keineswegs auf diese beschränkt – haben Bedenken hinsichtlich des Fonds und der Pläne der EG geäußert, Mittel direkt zu leihen, um den Fonds zu finanzieren.

Fremdkapitalkosten der Regierung haben wieder das Niveau vor der Pandemie erreicht, was den Erfolg der EZB in der Stützung der Finanzmärkte verdeutlicht. Wenn allerdings auf der Tagung des Europäischen Rates diese Woche keine Einigung erzielt wird, könnten die Renditen steigen und die Spreads wieder zunehmen, was den Euro unter Druck setzen könnte. Falls Bundeskanzlerin Angela Merkel es schaffen sollte, das Abkommen, auf welche Weise auch immer, in trockene Tücher zu bringen, könnte der Euro einen Aufschwung erleben.

Christine Lagarde hat in der Zwischenzeit angedeutet, dass die EZB ihr Programm zur Lockerung anhalten wird, und sagte, dass die Europäische Zentralbank „so viel getan hat, dass wir reichlich Zeit haben, die erscheinenden Konjunkturzahlen gründlich beurteilen“. Das sollte alle Gerüchte einer Verkündung weiterer Lockerungsmaßnahmen durch die Zentralbank während des Treffens diese Woche zur Ruhe legen. Frau Legarde betonte außerdem, dass es Zeit für die Mitglieder der Eurozone sei, die eigene Steuerstruktur ins Reine zu bringen, anstatt sich auf die EZB und niedrige Zinsen zu verlassen.

Bank of Canada

Es wird erwartet, dass die Bank of Canada in ihrem Treffen am Mittwoch die Zinsrate bei 0,25% halten wird, sodass wir ein Update zur Ansicht der Zentralbank zur wirtschaftlichen Erholung erhalten werden.

Das Geschäftsklima in Kanada ist laut einer Umfrage der Bank of Canada der letzten Woche „stark negativ“, obwohl die Hälfte der befragen Unternehmen angaben zu erwarten, dass die Absatzzahlen innerhalb der nächsten 12 Monate auf das Niveau vor der Pandemie zurückkehren sollten. „Weichere Verkaufserwartungen sind in allen Regionen und Sektoren weit verbreitet, und Unternehmen äußern häufig ein hohes Maß an Unsicherheit über das Verbraucherverhalten und die künftige Nachfrage“, sagte die Zentralbank.

Der neue Gouverneur Tiff Macklem erwartet eine Rückkehr zum Wachstum im dritten Quartal, sieht aber einen „holprigen Weg“ für die Wirtschaft. In seiner ersten Rede als Gouverneur betonte Mr. Macklem, dass die BoC den Benchmark-Zins nicht negativ werden lassen wird.

Wie schnell erholt sich die Weltwirtschaft?

Die Veröffentlichung verschiedener Zahlen wird helfen zu zeigen, wie schnell sich die Volkswirtschaften wieder erholen. Englands jüngster Bericht zum BIP wird am Dienstag, zusammen mit chinesischen Handelszahlen, erwartet. Achten Sie am Donnerstag auf australische Beschäftigungsdaten und Zahlen zum chinesischen BIP, der Industrieproduktion und den Investitionen in Sachanlagen. Es wird von den Freitag erscheinenden Einzelhandelsabsatzzahlen für Juni für England erwartet, dass sie nach der starken Kertwende im Mai eine weitere Verbesserung mit sich bringen. Verkäufe stiegen um 12% im Mai, nachdem sie im April um 18,1% gefallen sind. Wie immer werden wir am Donnerstag auf die wöchentlichen Arbeitslosenansprüche in den USA achten, während der Philly Fed Manufacturing Index und der Konsumentenstimmungsbericht der University of Michigan beide später in der Woche veröffentlicht werden.

Highlights auf XRay diese Woche

Lesen Sie den gesamten Zeitplan der Finanzmarkt-Analyse und des Trainings.

07.15 UTC Daily European Morning Call
11.00 UTC 14-Jul Reading Candlestick Charts: Trading Patterns and Trends
From 15.00 UTC 14-Jul Weekly Gold, Silver, and Oil Forecasts
10.00 UTC 15-Jul The Marketsx Experience: Platform Walkthrough
17.00 UTC 15-Jul Blonde Markets

 

Top Earnings Reports this Week

Here are some of the biggest earnings reports scheduled for this week:

13-Jul PepsiCo – Q2 2020
14-Jul JPMorgan Chase & Co – Q2 2020
14-Jul Wells Fargo & Co – Q2 2020
14-Jul Citigroup – Q2 2020
15-Jul UnitedHealth – Q2 2020
15-Jul Goldman Sachs – Q2 2020
15-Jul US Bancorp – Q2 2020
15-Jul PNC Financial Services Group – Q2 2020
15-Jul eBay – Q2 2020
15-Jul Bank of New York Mellon – Q2 2020
16-Jul Morgan Stanley – Q2 2020
16-Jul Bank of America Corp – Q2 2020
16-Jul Abbott Laboratories
16-Jul Microsoft – Q4 2020
16-Jul Johnson & Johnson – Q2 2020
16-Jul Netflix – Q2 2020
16-Jul AMD – Q2 2020
17-Jul BlackRock – Q2 2020

 

Key Events this Week

Watch out for the biggest events on the economic calendar this week:

03.00 GMT 14-Jul China Trade Balance
06.00 GMT 14-Jul UK Monthly GDP / Manufacturing & Industrial Production
09.00 GMT 14-Jul Eurozone & Germany ZEW Economic Sentiment
12.30 GMT 14-Jul US CPI
03.00 GMT 15-Jul Bank of Japan Rate Decision, Statement, Outlook Report
14.00 GMT 15-Jul Bank of Canada Rate Decision
14.30 GMT 15-Jul US EIA Crude Oil Inventories
22.45 GMT 15-Jul New Zealand CPI (QoQ)
01.30 GMT 16-Jul Australia Employment Change / Unemployment Rate
02.00 GMT 16-Jul China GDP
11.45 GMT 16-Jul ECB Rate Decision
12.30 GMT 16-Jul US Retail Sales / Unemployment Claims
14.30 GMT 16-Jul US EIA Natural Gas Storage
14.00 GMT 17-Jul Preliminary University of Michigan Sentiment Index

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