Wochenausblick: Der US-Arbeitsmarktbericht ist angesichts der Inflationsängste der Schlüssel zur Marktrichtung

Beschäftigungszahlen für die USA dominieren diese Woche den Zahlen-Kalender. Die wichtigste Kennzahl für den Arbeitsmarkt ist in der Regel ein massiver Markttreiber. Daher wird dem Zustand des nationalen Arbeitsmarktes viel Aufmerksamkeit gewidmet, wenn die neuesten Zahlen am Freitag veröffentlicht werden.

Die monatlichen Treffen der OPEC-JMMC beginnen Mitte der Woche vor dem Hintergrund weltweit erstarkender Ölmärkte. Die Reserve Bank of Australia teilt außerdem ihre jüngste Entscheidung zum Kassakurs – vermutlich eine direkte Kopie der Nicht-Veränderung vom Mai.

Beginnend mit den USA: das Land hofft, dass sich nach der Pleite im April ein Teil der Aufbruchsstimmung am Arbeitsmarkt im März in den Zahlen für Mai zeigt. Die Beschäftigungszahlen für den letzten Monat zeigten nur ein Viertel des erwarteten Stellenzuwachses und fielen damit weit hinter den Erwartungen zurück.

Die Zahlen für April liegen bei 266.000 geschaffenen Arbeitsplätzen. Schätzungen hatte auf über eine Million gehofft, getragen vom schnellen Wirtschaftswachstum und dem Stellenzuwachs von 916.000 im März.

Ende April waren 9,8 Millionen Amerikaner immer noch arbeitslos. Interessant ist, dass Ende März 8,1 Millionen Stellen offen waren, was die Schere erheblich zusammenbringt. Arbeitsnachfrage und Arbeitsangebot nähern sich wieder an, sind aber noch nicht ganz wieder im Lot, was zu Reibungen führt.

In der Bevölkerung gibt es immer noch Bedenken, sich mit dem Virus zu infizieren, obwohl 50% der Impfberechtigten bereits geimpft wurden. Zweidrittel der schulpflichtigen Kinder sind noch nicht in die Klassenzimmer zurückgekehrt. Einige könnten auch noch nicht bereit sein, ihr Arbeitslosengeld aufzugeben.

Der Stellenbericht wird vom Markt genau beobachtet, um zu bestimmen, wann die Federal Reserve voraussichtlich mit dem Rückzug der Unterstützung beginnen könnte. Die Fed hat ihre Farben an den Beschäftigungsmast gebunden. Je langsamer die Beschäftigungszuwächse sind, desto einfacher wird die Fed-Politik bleiben. Die Inflation erschwert die Lage, aber die Märkte glauben bisher der Fed, wenn sie sagt, dass sie den „vorübergehenden“ Preisdruck aussitzen wird.

OPEC-JMMC-Treffen für den 1. Juni erwartet. Das Ziel des Kartells für 2021 war der Schutz der Ölmärkte und die Stärkung der Preise. Fördereinschnitte waren hier der Schlüssel. Die vollen Produktionsmengen von vor der Pandemie sind noch nicht wieder erreicht. Trotz der Wiedereröffnung der Weltwirtschaft und der steigenden Ölnachfrage überwiegt bei der OPEC und ihren Verbündeten weiter die Vorsicht.

Dennoch kommt mehr Rohöl von den OPEC-Mitgliedern. Sie haben die letzten paar Monate langsam die Fördereinschnitte zurückgenommen. Beim Treffen im Juni werden die Pläne für Juli und August festgelegt, etwa ob die Rücknahme der Fördereinschnitte beschleunigt erhöht oder der ursprüngliche Plan des Kartells eingehalten werden soll.

Beim Treffen am 1. April vereinbarte die OPEC-JMMC zwischen Mai und Juli 2,1 Millionen Barrel pro Tag mehr an den Markt zu bringen. Fördereinschnitte werden um 5,6 Milliarden Barrel pro Tag zurückgefahren.

OPEC wettet auf eine höhere Ölnachfrage für dieses Jahr. Die Erholungsaussichten deuten darauf hin, dass die tägliche Nachfrage bis Ende 2021 6 Millionen Barrel pro Tag erreichen wird – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Niveau von 2020, aber immer noch rund 3,5 Millionen Barrel pro Tag weniger als vor der Pandemie.

Während das Impfprogramm in einigen wichtigen Ländern erfolgreich verlaufen ist, gibt es noch Sorgen. Steigende Coronavirus-Fallzahlen in Indien, dem weltweit drittgrößten Ölimporteur, belasten OPEC stark. Es ist noch ein langer Weg, bis die weltweiten Ölmärkte auch nur annährend ihrem Zustand vor der Pandemie ähneln.

Aufmerksamkeit wird auch der Reserve Bank of Australia gewidmet sein – der nächsten Zentralbank, die uns über bevorstehende Änderungen der australischen Finanzpolitik informiert.

Eine Entscheidung zum Kassakurs ist überfällig. Vermutlich kommt aber nichts Weltbewegendes. Australiens Kassakurs liegt seit November 2020 bei 0,10%. Gouverneur Dr. Philip Lowe hat angedeutet, dass sie 2021 vermutlich nicht angehoben werden wird. Auf Basis der vorherigen Bekanntgabe werden wir keinen Anstieg des australischen Kassakurses bis frühstens 2024 sehen.

Dr. Lowe gibt an, dass Inflationsziele und eine niedrigere Arbeitslosenquote die wichtigsten Messgrößen sind, die die RBA als Anlass für eine Erhöhung des Kassakurses verwendet. Die RBA erwartet 2021 eine Inflation von 1,5%, sagten sie in ihrem Bericht vom Mai, und 2% für Mitte 2023. Die Bank hat wiederholt erklärt, dass die Inflation im Bereich von 2-3% liegen müsste, bevor die Zinsen angehoben werden würden.

Was den Arbeitsmarkt anbelangt, erwartet die RBA, dass die Arbeitslosenrate 4,8% bis zum Ende 2021 erreichen könnte, bevor sie leicht auf 4,4% im Jahr 2022 absinkt.

Top Wirtschafts-Daten

Date  Time (GMT+1  Asset  Event 
Mon 31-May  2.00am  CNH  Manufacturing PMI 
       
Tue 01-Jun  All Day  Oil  OPEC-JMMC Meeting 
  5.30am  AUD  Cash Rate 
  5.30am  AUD  RBA Rate Statement 
  1.30am  CAD  GDP m/m 
  3.00pm  USD  ISM Manufacturing PMI 
       
Wed 02-Jun  2.30am  AUD  GDP q/q 
       
Thu 03-Jun  2.30am  AUD  GDP m/m 
  3.00pm  USD  ISM Services PMI 
  3.30pm  Nat gas  US Natural Gas Inventories 
  4.00pm  Oil  US Crude Oil Inventories 
       
Fri 04-Jun  1.30pm  CAD  Employment Change 
  1.30pm  CAD  Unemployment Rate 
  1.30pm  USD  Average Hourly Earnings m/m 
  1.30pm  USD/Indices/Gold  Non-farm Employment Change 
  1.30pm  USD  Unemployment Rate 

 

Top Geschäftsberichte

Date  Company  Event 
Tue 01-Jun  Zoom  Q1 2022 Earnings 
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