Wochenausblick: Großbanken starten die US-Earnings-Flut

Die US-Earnings-Seasons beginnt diese Woche an der Wall Street. Die Large Caps werden ihre Geschäftsberichte zu Q2 2021 vorstellen. Dies bietet Anlegern wie immer spannende Handelsmöglichkeiten, aber dieses Quartal könnte aus Unternehmenssicht eines der bisher besten sein.

Die Analysten-Stimmung deutet auf ein hervorragendes Quartal für die Large Caps hin. Vorhersagen von FactSet deuten auf ein Wachstum von 61,9% für Unternehmen des S&P 500 hin. Das wäre das größte jährliche Wachstum des Index‘ seit 2009.

Großbanken dominieren die ersten Veröffentlichungen dieser Earning Season. In der ersten Woche erwarten wir unter anderem Berichte von JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup.

Die Earnings Season hat dieses Quartal eine besondere Bedeutung. Der Markt wird daran abschätzen, welche Unternehmen bereit sind, sich aus der Pandemie-Wirtschaft zu befreien und sich halbwegs normalen Betriebsabläufen zuzuwenden – und welche damit Schwierigkeiten haben.

Wir haben einen Kalender für die US Earnings Season erstellt, der Details zu den Large Caps zusammenfasst, die dieses Quartal ihre Gewinne bekannt geben. Sehen Sie sich an, welche Unternehmen ihre Berichte veröffentlichen, um Ihre Trades für die kommende Saison planen.

Weg von Gewinnen und hin zu Daten: Diese Woche wird der US-Verbraucherpreisindex für Juni veröffentlicht.

Verbraucherpreise stiegen im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 5% – dem stärksten Anstieg seit August 2008. Das lag außerdem über den Erwartungen der Wall Street. Die unterliegende Inflation, ein Messwert, der Nahrungsmittel- und Energiepreise ausschließt, war um 3,8% gestiegen. Das war der stärkste Anstieg seit beinahe drei Jahrzehnten.

Die Zahlen für Mai, die vom Bureau of Labor Statistics zusammengestellt wurden, lösten eine Debatte darüber aus, ob die Fed die Wirtschaft heiß laufen lassen sollte. Die Inflation ist eine der Schlüsselkennzahlen der Fed, sodass ähnliche Zahlen für Juni zu einer Änderung der Politik oder einer Zinserhöhung führen könnten, um die heißlaufende Wirtschaft nach dem Lockdown abzukühlen.

Fitch meint, dass der VPI bis weit nach 2022 Spitzen schlagen könnte. Die Rating-Agentur glaubt nicht, dass die Versorgungsprobleme in naher Zukunft nachlassen werden und daher weiterhin die Preise für Verbrauchsgüter in die Höhe treiben werden.

Die Prognosen von Fitch sehen einen jährlichen Anstieg der Kern-VPI-Inflation um insgesamt 4,5% bis Ende 2021 vor, während die Nicht-Kern-Inflation bei 4,1% liegt. Die unterliegende Inflation würde dann bis Mitte 2022 auf 2,5% fallen.

Wir erwarten diese Woche außerdem die jüngsten Einzelhandelsabsatzzahlen für die USA. Die Märkte werden abwarten, ob der Rückgang des Gesamtumsatzes um 1,3 % und der Rückgang der Kerneinzelhandelsumsätze um 0,7 % im Mai ein Ausrutscher war oder ob sich der Trend im Juni fortgesetzt hat.

Trotz des kleinen monatlichen Rückgangs, sind die Einzelhandelsabsätze im Vergleich zum Vorjahr um 28,1% gestiegen.

Eine teilweise Erklärung des Rückgangs war eine Abkehr der Verbraucher vom Kauf von Gütern und Produkten hin zum Erwerb von „Erfahrungen“. Mit der fast vollständigen Rückkehr zur Normalität der Bewegungsfreiheit in den Vereinigten Staaten, ziehen es die Verbraucher vor, auszugehen, Reisen zu planen und Geld für Dienstleistungen auszugeben, anstatt sich dem Shopping-Rausch hinzugeben.

Ein weiterer Grund war der Rückgang der Einnahmen von Autohändlern von 3,4%. Der weltweite Lieferengpass für Halbleiter verzögert die Auslieferung neuer Fahrzeuge, wodurch die Verkäufe zum Stillstand kommen.

Interessanterweise wurden die Einzelhandelsabsatzzahlen für April im Mai nachträglich nach oben korrigiert. Anstatt wie anfangs gedacht statisch zu bleiben, stiegen sie im monatlichen Vergleich um 0,8%.

Außerdem wird die jüngste Zinserklärung der Bank of Canada erwartet. Gouverneur Tiff Macklem bestätigte im Juni, dass der Tagesgeldsatz stabil bei 0,25% bleiben und es in absehbarer Zeit keine Änderungen des Zinssatzes geben werde.

Macklem verpflichtete die Bank außerdem zu wöchentlichen Käufen kanadischer Staatsanleihen in Höhe von 3 Milliarden CAD, bekräftigte jedoch, dass diese mit fortschreitender wirtschaftlicher Erholung nachlassen würden.

Kanada war eine der ersten großen Volkswirtschaften, die im April ihre Anleihenkäufe zurückgefahren hat. Dennoch schrumpfte die Wirtschaft im April und Mai und das BIP für das erste Quartal blieb mit einem Wachstum von 5,6% hinter den Erwartungen zurück, vor allem wegen der Lockdowns im Winter.

Die Volkswirte der Bank of Canada sind allerdings zuversichtlich, dass die Erholung in den kommenden Monaten an Fahrt aufnehmen wird. Hohe Rohstoffpreise und ein Wachstum der Auslandsnachfrage werden die Wirtschaft vermutlich in Zukunft antreiben.

Eine weitere Rücknahme der Anleihenkäufe wird in der Erklärung vom 14. Juli erwartet.

Top Wirtschafts-Daten

Date  Time (GMT+1)  Asset  Event 
Tue 13-Jul  1.30pm  USD  CPI m/m 
  1.30pm  USD  Core CPI m/m 
       
Wed 14-Jul  3.00am  NZD  RBNZ Rate Statement 
  3.00am  NZD  Cash Rate 
  1.30pm  USD  PPI m/m 
  1.30pm  USD  Core PPI m/m 
  3.00pm  CAD  BOC Monetary Policy 
  3.00pm  CAD  BOC Rate Statement 
  3.00pm  CAD  Overnight Rate 
  3.30pm  OIL  Crude Oil Inventories 
  Tentative  CAD  BOC Press Conference 
       
Thu 15-Jul  2.30am  AUD  Employment Change 
  2.30am  AUD  Employment Rate 
  3.00am  CNH  GDP q/y 
  1.30pm  USD  Philly Fed Manufacturing Index 
  1.30pm  USD  Unemployment Claims 
  3.30pm  GAS  US Natural Gas Inventories 
  11.45pm  NZD  CPI q/q 
       
Fri 16-Jul  1.30pm  USD  Retail sales m/m 
  1.30pm  USD  Core retail sales m/m 

 

Top Geschäftsberichte

Tue 13 Jul  Wed 14 Jul  Thu 15 Jul 
JPMorgan Chase & Co   Bank of America Corp    
     
Goldman Sachs Group Inc   Citigroup Inc   Morgan Stanley  
     
PepsiCo Inc      
     
Wells Fargo & Co