Wochenausblick: Alle Augen auf den Bericht zum US-Arbeitsmarkt

Den Märkten steht eine volle Woche bevor, mit Zahlen zum US-Arbeitsmarkt als Hauptveranstaltung, sowie Stellungnahmen von zwei großen Zentralbanken.

Lassen Sie uns mit den jüngsten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt beginnen.

Die Werte für Juni lagen über den Erwartungen und die Märkte werden noch genauer auf die Zahlen am Freitag gucken.

850.000 Arbeitsplätze sind im Juni zur US-Wirtschaft hinzugekommen – weit über den vorhergesagt 720.000. Das war außerdem der sechste Monat in Folge, in dem Neuzuwächse verzeichnet werden konnten.

Allerdings stieg die Arbeitslosenquote von 5,8% auf 5,9% – und damit über den vorhergesagten 5,6%. Teilnahme am Arbeitsmarkt, eine wichtige Kennzahl für die Feststellung von landesweiten Arbeitskraftknappheiten, steht weiterhin bei 61,6%.

Neuanstellungen scheinen insgesamt über den Frühling etwas zurückgegangen zu sein. Dafür gibt es einige Gründe: Angst vor dem Virus, Kosten für Kinderbetreuung, bessere Arbeitslosenversicherung, Konjunkturpakete und Urlaubsregelungen. Es gibt allerdings Berichte, dass Unternehmen ihre Gehälter angehoben haben, um Angestellte für neue Positionen zu gewinnen.

Die Beschäftigungsquote ist außerdem eine wichtige Kennzahl für den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, mit der Konjunkturpakete und Unterstützungsschwellen für die US-Wirtschaft bewertet werden können.

Wir wissen, dass Powell und Co kein Problem damit haben, die Wirtschaft heißlaufen zu lassen, selbst im Angesicht steigender Inflation. Wie Powell beim letzten Fed-Treffen betonte, fehlen der US-Wirtschaft noch 7,5 Millionen Arbeitsplätze, obwohl einige Berichte darauf hindeuten, dass es 6,8 Millionen sein könnten. Bis diese Lücke geschlossen ist, können wir mit weiteren Konjunkturpaketen und Unterstützung durch die Fed rechnen.

Was Indizes anbelangt, haben der S&P 500 und Nasdaq sehr gut auf die Rekordwerte vom letzten Monat zur Beschäftigung reagiert und haben neue Höhen erreicht. Händler von Indizes werden darauf hoffen, dass es im Juli genauso ist.

Um bei US-Zahlen zu bleiben, ISM, ein der wichtigsten Reporter für Einkaufsmanagerindizes für die US-Wirtschaft, veröffentlicht diese Woche Berichte zum produzierenden Gewerbe und Dienstleistungen.

Dem PMI-Bericht von ISM zufolge war die US-Produktion im vergangenen Monat noch robust, aber Versorgungsprobleme hemmen weiterhin das Wachstum. Die Zahlen für Fabriken lag bei 60,6 – ein Rückgang von den 61,2 vom Mai.

Der Trend ist immer noch stark. Vier der fünf Sub-Indizes, die von ISM bewertet werden, zeigen hohes Wachstum. Das Verbraucherinteresse an neuen Gütern ist immer noch hoch, trotz steigender Preise. Aber Arbeitskräftemangel in Verbindung mit steigenden Preisen für Rohstoffe und Materialien haben zu einem Flaschenhals und Knappheiten geführten, wodurch Produzenten Probleme haben, die Nachfrage zu bedienen.

„Rekordlange Vorlaufzeiten für Rohstoffe, weitreichende Verknappungen kritischer Grundstoffe, steigende Rohstoffpreise und Schwierigkeiten beim Transport von Produkten wirken sich weiterhin auf alle Segmente der verarbeitenden Wirtschaft aus“, sagte Timothy Fiore, Vorsitzender des ISM Manufacturing Business Survey Committee.

Das gleiche kann auch für den Dienstleistungssektor gesagt werden: im Juni wuchs er, aber diese Wachstum hat sich im Vergleich zum Rekord-Mai abgeschwächt. In diesem Fall fiel der Index von 63,5 auf 60,1.

„Das Wachstumstempo im Dienstleistungssektor ist weiterhin stark, trotz des leichten Rückgangs gegenüber dem Allzeithoch im Vormonat“, erklärte der Vorsitzende des ISM Services Business Survey Committee Anthony Nieves. „Herausforderungen mit Materialknappheiten, Inflation, Logistik und Personal wirken sich weiterhin hemmend auf die Geschäftssituation aus.“

Diese Dynamik beizubehalten ist für die wirtschaftliche Gesundheit Amerikas von großer Bedeutung – zumal die USA voraussichtlich die treibende Kraft hinter der globalen Wirtschaftserholung für den Rest dieses Jahres und darüber hinaus sein werden.

Weg von den Zahlen: nächste Woche erwarten uns die Stellungnahmen zweier Zentralbanken.

Wir starten mit der Bank of England: Hier ist die steigende Inflation das große Thema.

Im Juni erreichte die Inflation 2,5%, dank eines breiten Anstiegs der Konsumgüter. Das könnte einfach nur aufgestaute Nachfrage sein, die jetzt in der britischen Wirtschaft ankommt, da die Inflation aber ihren höchsten Stand seit drei Jahren erreicht hat, könnten die Nerven der Ökonomen auf die Probe gestellt werden.

Gouverneur Bailey hat seine Position bereits klar kommuniziert: die Preissprünge sind nur vorübergehend und könnten bis zum Jahresende Höhen von bis zu 3% erreichen. Danach sollte es aber auf akzeptable Werte fallen. Derzeit hat die BoE das Mandat die Inflation auf 2% zuzuführen und sie dort zu halten.

Allerdings sagte Bailey, dass er bereit sei, einen Zinsanstieg anzugehen, sollte die Inflation außer Kontrolle geraten.

Die Reserve Bank of Australia teilte uns diese Woche außerdem ihre jüngsten Gedanken zur Geldmarktpolitik und Ausrichtung mit.

Vermutlich kommen keine großen Veränderungen. Gouverneur Philip Lowe war sehr deutlich, dass bis mindestens 2024 kein Zinsanstieg zu erwarten sei. Und das trotz der starken wirtschaftliche Grundlage Australiens.

Die historisch niedrige Zinsrate von 0,1% bleibt uns erhalten. Was allerdings Interessant ist, ist dass das Treffen vom Juli zu einigen Veränderungen des australischen Programm quantitativer Lockerungen geführt hat. Das Pendel ist zurück geschwungen. Ab September wird das Anleihen-Kauf-Programm der RBA von 5 Milliarden AUD auf 4 Milliarden AUD pro Woche verlangsamt.

Das Fundament für weitere Anpassungen wurde somit von Gouverneur Lowe gelegt. Lassen Sie uns sehen, was das Treffen diese Woche an kleinen Änderungen mitsichbringt.

Wir können keine Vorschau der kommenden Woche beenden, ohne auf die US-Earnings Season zu sprechen zu kommen.

Die dritte Woche der Geschäftsberichte der Large Caps für das zweite Quartal 2021 beginnt am Montag. Es ist nicht so viel los wie letzte Woche, aber wir haben immer noch einige wichtige Geschäftsberichte, nämlich von Alibaba und von Uber.

Schauen Sie sich unseren US-Earnings-Kalender an, um weitere Informationen dazu zu erhalten, welche Firmen diese Woche ihre Geschäftsberichte veröffentlichen oder schauen Sie unten.

Top Wirtschafts-Daten

Date Time (GMT+1) Asset Event
Mon 2-Aug 8.55am EUR German Final Manufacturing PMI
  3.00pm USD US ISM Manufacturing PMI
 
Tue 3-Aug 5.30am AUD RBA Rate Statement
  5.30am AUD Cash Statement
  11.45pm NZD Employment Change q/q
  11.45pm NZD Unemployment Rate
 
Wed 4-Aug 2.30am AUD Retail Sales m/m
  1.15pm USD ADP Nonfarm Employment Change
  3.00pm USD US ISM Services PMI
  3.30pm OIL US Crude Oil Inventories
 
Thu 5-Aug 12.00pm GBP Asset Purchase Facility
  12.00pm GBP BOE Monetary Policy Report
  12.00pm GBP MPC Asset Purchase Facility Votes
  12.00pm GBP Monetary Policy Summary
  12.00pm GBP MPC Official Bank Rate Votes
  12.00pm GBP Official Bank Rate
  3.30pm GAS US Natural Gas Inventories
 
Fri 6-Aug 2.30am AUD RBA Monetary Policy Statement
  1.30pm CAD Employment Change
  1.30pm CAD Unemployment Rate
  1.30pm USD Average Hourly Earnings q/q
  1.30pm USD Nonfarm Employment Change
  1.30pm USD Unemployment Rate

 

Top Geschäftsberichte

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